Forschung

Online hören: "Kritik mit Methode" Vortrag zum Verhältnis von Forschungsmethoden und Gesellschaftskritik

auf dem Kongress "Die Unberechenbarkeit des Subjekts" in Frankfurt im Juli 2011 habe ich einen Vortrag zum Verhältnis von "Forschungsmethoden und Gesellschaftskritik" gehalten. Hier kann man ihn downloaden und anhören.

Neues Projekt: Videoüberwachung von Versammlungen und Demonstrationen

Derzeit konzipiere ich ein Forschungsprojekt zu

"Videoüberwachung von Versammlungen und Demonstrationen. Gesellschaftliche Hintergründe und Auswirkungen auf Subjektivierungsprozesse, Demokratieorientierungen und Protestlegitimität"


Kurzbeschreibung:

Seit mehreren Jahren verstärkt sich die Tendenz, dass politische Demonstrationen und Versamm­lungen wie Sportereignisse, Feste u.ä. durch die Polizei mithilfe von Videokameras optoelektronisch überwacht werden. Empirische Forschung zu diesem Phänomen gibt es praktisch nicht – weder aus Sicht der Polizeiforschung noch von Seiten der Protest- und Bewegungsforschung. Das Projekt fragt in einer wissenssoziologischen Grundorientierung nach den gesellschaftlichen/diskursiven Hintergründen und den Auswirkungen von Videoüberwachung von Versammlungen und Demonstrationen. Dabei interessieren im einzelnen drei Bereiche.
  • Wahrnehmungsmuster und Handlungsroutinen beim Einsatz von Videoaufnahmen seitens der Sicherheitsorgane sowie die Analyse der Ziele dieser Maßnahmen bzw. möglichen Selektivität,
  • gesellschaftliche Bedingungen und Hintergründe der Etablierung dieser Methode des Protest-policing und Einordnung des untersuchten Phänomens in den Wandel sozialer Kontrolle und demokratischer Beteiligung und insbesondere
  • Auswirkungen auf Protestverhalten und Protestneigung sowie politische Teilhabe, Demokratieorientierungen und verständnis von Demonstrierenden sowie gouvernementale Subjektivierungsprozesse.
Diese Fragestellungen konstituieren zwei grundsätzliche Foci der Untersuchung: einerseits eine „Angebotsseite“, die Aspekte staatlichen/polizeilichen Handelns sowie deren gesellschaftliche Hintergründe und Auswirkungen umfasst; andererseits die Seite der im Fokus der Videoüberwachungsmaßnahmen stehenden Demonstrierenden. Beide Bereiche müssen zudem im Zusammenspiel und gegenseitiger Beeinflussung gedacht werden: sowohl auf der Akteursebene (Interaktion) als auch auf der sozialen Makroebene (Interdependenz und Rückkopplung).
In einem Grounded-Theory-Design werden Interviews und Gruppendiskussionen mit politischen Aktivist/innen, Fußballfans und Polizei durchgeführt sowie durch ethnographische Forschung auf Demonstrationen und anderen Menschenansammlungen ergänzt.

Erste Veröffentlichungen:

Ullrich, Peter; Wollinger, Gina 2011: Videoüberwachung von Versammlungen und Demonstrationen – Blick auf ein verwaistes Forschungsfeld, in: Zurawski, Nils (Hrsg.): Überwachungspraxen – Praktiken der Überwachung. Analysen zum Verhältnis von Alltag, Technik und Kontrolle, Opladen: Budrich UniPress, 139-157.

Ullrich, Peter; Wollinger, Gina 2011: A Surveillance Studies Perspective on Protest Policing. The Case of Video Surveillance of Demonstrations in Germany, Interface – A Journal for and about Social Movements 3 (1), special issue on Repression and Social Movements, pp. 12-38, http://www.interfacejournal.net/wordpress/wp-content/uploads/2011/05/Interface-3-1-Ullrich-and-Wollinger.pdf [23.5.2011].

Ullrich, Peter 2012: Gesundheitsdiskurse und Sozialkritik – Videoüberwachung von Demonstrationen Zwei Studien zur gegenwärtigen Regierung von sozialen Bewegungen und Protest, München: DJI, ISBN: 978-3-86379-076-9, kostenloser Download

ReForm - Erfahrungen älterer Psychoanalytiker/innen

Im Zuge des vom manchem der Psychoanalyse attestierten Attraktivitäts- und Nachwuchsmangels wird auch die Struktur und Bedeutung sowie der Ruf der psychoanalytischen Ausbildung und insbesondere der Lehranalyse diskutiert.
Im Anschluss an das Projekt „Developing Psychoanalytical Practice and Training“, in welchem Studierende und Ausbildungskandidat/innen zur ihren Einstellungen zu diesem Themenkomplex befragt wurden, wurden nun – zur Kontrastierung dieser Ergebnisse – die Erfahrungen älterer Psychoanalytikerinnen und –analytiker (aus den ersten Ausbildungsgenerationen nach dem NS) erforscht. Mittels einer standardisierten Befragung und anschließenden vertiefenden berufsbiographischen Interviews werden die unterschiedlichen Wege untersucht, die zur Ausprägung psychoanalytischer Haltung, Kompetenz und Identität führten, als die innere und äußere Situation der Psychoanalyse sich noch ganz anders als heute darstellte.

Projektleiter:

Prof. Reinhold Schwarz (†)
Prof. em. Helmut Thomä
Dr. Peter Ullrich

zunächst am Institut für Arbeits- und Sozialmedizin der Universität Leipzig, jetzt Abteilung medizinische Psychologie und medizinische Soziologie

Veröffentlichungen aus dem Projekt:

Ullrich, Peter 2011: Alte Psychoanalytiker/-innen. Berufsausstieg und Berufstätigkeit von Therapeut/-innen im Alter. Quantitative und qualitative Zugänge. Univ. Leipzig, Dissertation, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:15-qucosa-74797 [16.9.2011].

Ullrich, Peter; Gansera, Lutz; Köhler, Norbert; Brähler, Elmar, Thomä, Helmut 2011: Blick zurück – Ausbildungserfahrungen und Einstellungen alter Psychoanalytiker/-innen zur Lehranalyse, psychosozial 34 (III), S. 95-106.

Ullrich, Peter; Thomä, Helmut (2010): Alte PsychoanalytikerInnen als Thema qualitativer berufsbiographischer Forschung, Konzeptuelle Überlegungen und erste empirische Befunde, Psyche - Zeitschrift für Psychoanalyse und ihre Anwendungen, 64(2), S. 122-150.

Ullrich, Peter; Wachtler, Benjamin; Barthel, Yvette, Thomä, Helmut; Schwarz, Reinhold (†) 2010: Beruf und Berufung. Erfahrungen, Berufstätigkeit und professionelle Werdegänge älterer Psychoanalytiker/innen, in: Soeffner, Hans-Georg: Unsichere Zeiten. Herausforderungen gesellschaftlicher Transformationen. Verhandlungen des 34. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Jena 2008, 2 Bd. und CD-Rom, Wiesbaden: VS-Verlag (CD, ohne Seitenzahlen)

Barthel, Yvette; Ullrich, Peter; Thomä, Helmut; Schwarz, Reinhold (†) 2009: Ausbildungs- und Berufserfahrungen älterer Psychoanalytiker/innen, Forum der Psychoanalyse 25 (2), S. 185-198.
doi: 10.1007/s00451-009-0002-3 IF(2007): 0,193

Ullrich, Peter; Kuhnt, Susanne; Haberkorn, Silke; Wachtler, Benjamin; Barthel, Yvette; Thomä, Helmut; Schwarz, Reinhold 2009: Im hohen Alter hinter der Couch, Der Psychotherapeut Heft 54 (6), S. 491-497.

Poster:

Ullrich, Peter; Kuhnt, Susanne; Barthel, Yvette; Thomä, Helmut: Im hohen Alter hinter der Couch? Berufstätigkeit und Berufsausstieg älterer Psychoanalytiker/-innen, "Solidaritäten im Wandel", Kongress der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention und der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie, Hamburg, 23.-25.9.2009, mehr

Ullrich, Peter; Barthel, Yvette; Thomä, Helmut; Schwarz, Reinhold: ReForm – Erfahrungen älterer Psychoanalytiker/innen, Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, 6.-10. Oktober 2008. download

Ullrich, Peter; Barthel, Yvette; Thomä, Helmut; Schwarz, Reinhold: ReForm – Erfahrungen älterer Psychoanalytiker/innen, 7th Leipzig Research Festival for Life Sciences 2008, Poster-ReForm-Peter-Ullrich (pdf, 75 KB)

DFG-Nachwuchsnetzwerk "Neue Perspektiven auf Protest und Soziale Bewegungen"

Die DFG fördert einer Gruppe von Forscher_innen, in der ich mitwirke, ein Nachwuchsnetzwerk.

„Neue Perspektiven auf soziale Bewegungen und Protest“

Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft
Laufzeit: 2010-2013.

Das Nachwuchsnetzwerk setzt sich zum Ziel, die Forschung zu sozialen Bewegungen und politischem Protest in drei Feldern voranzutreiben. Zum einen wollen seine Mitglieder die Verbindungen zwischen der empirischen Forschung über soziale Bewegungen und den Theorien der Gesellschaft verstärken. Zum anderen soll die kultursoziologische Perspektive auf soziale Bewegungen weiterentwickelt werden. Schließlich soll angesichts neuerer sozioökonomischer Wandlungsprozesse der Zusammenhang zwischen Protestmobilisierungen und Sozialstruktur genauer untersucht werden. Ziel des Nachwuchsnetzwerkes ist die Planung und Durchführung einer Workshop-Reihe, aus der ein deutschsprachiger und zwei englischsprachige Sammelbände hervorgehen sollen. Dabei sollen international renommierte und erfahrene Forscher beratend hinzugezogen werden.

Mehr

PSYKOL

Psychosozialer Kurs für onkologisch tätige Logopäd/-innen und Sprechwissenschaftler/-innen, qualitative Evaluation des Kurses.

PSYKOL-Überblicksposter mit ersten Evaluationsergebnissen:
PSYKOL-DGVM-Poster (ppt, 124 KB)

(Wollbrück/Danker/Ullrich/Singer/Brähler: "Psychosozialer Kurs für onkologisch tätige Logopäd/-innen und Sprechwissenschaftler/-innen – Rückblick und Ausblick", Poster, DGVM, Leipzig Oktober 2009)

Neuerscheinung:

Ullrich, Peter; Wollbrück, Dorit; Danker, Helge; Kuhnt, Susanne; Brähler, Elmar & Singer, Susanne (2010). Psychosoziale Anforderungen an die Therapie mit HNO-Tumor-Patient/innen. Praxiserfahrungen, kommunikative Kompetenzen und Weiterbildungsbedarf von onkologisch tätigen Logopäd/innen und Sprechwissenschaftler/innen [71 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung, 11(1), Art. 22. Lesen

nun auch auf englisch:
Ullrich, Peter; Wollbrück, Dorit; Danker, Helge; Kuhnt, Susanne; Brähler, Elmar & Singer, Susanne 2010: Psychosocial Aspects of Speech Therapy with Head-and-Neck Cancer Patients: Clinical Experiences, Communicative Skills and Need to Train Speech Therapists in Oncology [71 Paragraphs]. Forum: Qualitative Social Research, 11(1), Art. 22, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs1001220

Preventionism and Obstacles for Protest in the Era of Neoliberalism

Meine aktuellen Forschungsideen zum Thema Prävention und Protest...

Einen Einblick gibt ein Artikel im Buch "Kontrollverluste" (http://kontrollverluste.twoday.net)

Ullrich, Peter 2009: Überwachung und Prävention. Oder: Das Ende der Kritik, in: Leipziger Kamera (Hrsg.): Kontrollverluste. Interventionen gegen Überwachung, Münster: Unrast, S. 57-67.

außerdem organisiere ich ein Panel zu diesem Thema auf der Züricher Marie-Curie-Konferenz über Protestbewegungen:

Preventionism and Obstacles for Protest in the Era of Neoliberalism. Linking Protest Research and Governmentality Studies, Marie-Curie-Conference at University of Zurich, Switzerland, June 23rd-26th, 2009 (“Shaping Europe in a Globalized World? Protest Movements and the Rise of a Transnational Civil Society”), mit Beiträgen von Dr. Peter Ullrich, Marco Tullney, Dr. Andrej Holm, Anne Roth, Florian Heßdörfer, Lars Schmitt, Nick Montgomery

>> Die Kongressseite
>> Mehr zum Panel

Die Linke, Israel und Palästina

"Die Linke, Israel und Palästina. Diskursive Gelegenheitsstrukturen und die linken Nahostdiskurse in Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland" war das Thema meiner Dissertation (die im Dezember 2007 verteidigt wurde), aber auch vieler anderer Publikationen (siehe Publikationen und Die Linke und der Nahostkonflikt). Das Buch erscheint voraussichtlich zur Frankfurter Buchmesse.

Projekt-Beschreibung:

Das Projekt untersucht die Wahrnehmung des, Beschäftigung mit dem und die Debatte über den Nahostkonflikt in der britischen und der deutschen Linken im Vergleich.
Ziel ist, herauszufinden, warum sich trotz der universalistischen Orientierung der Linken so gänzlich unterschiedliche Muster der Nahostrezeption ergeben. Während in der deutschen Linken die Bewertung des Nahostkonflikt mittlerweile die Qualität einer neuen Spaltungslinie (claevage) erreicht und erbitterte, teilweise gewaltförmige, Auseinandersetzungen geführt werden, die sich unter anderem um die Bedeutung des Antisemitismus und die Folgen des Nationalsozialismus drehen, gibt es auf den ersten Blick in Großbritannien eine eindeutig pro-palästinensische Stimmung und kaum Zwischentöne.
Nach einer grundlegenden Feldstrukturierung mittels leitfadenbasierter (ExpertInnen-) Interviews soll eine Diskursanalyse die Sichtweisen auf das Thema, insbesondere die grundlegenden Wahrnehmungsmuster (Frames) beschreiben. Dabei werden Elemente kritischer diskurstheoretischer Ansätze im Gefolge Foucaults mit Elementen der Framingtheorie verbunden. Außerdem soll mit Hilfe der Theorie diskursiver Gelegenheitsstrukturen die spezifische Differenz als Folge der unterschiedlichen kulturellen Prägungen in den beiden verglichenen Staaten erklärt werden.

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