Die Linke und der Nahostkonflikt

Antisemitismus // Die Mitte im Umbruch

Ich habe für die diesjährige Mitte-Studie der Friedrich-Ebert Stiftung (Decker/Kiess/Brähler 2012: Die Mitte im Umbruch) das Kapitel zum gegenwärtigen Antisemitismus verfasst.

Download der Studie

Mein Kommentar zum Antisemitismusdiskurs in der taz:
"Erregung und Ausschluss. Antisemitismus. Deutschland sucht den Tabuverletzer. Dabei müsste das Interesse der Grauzone zwischen Judenfeindlichkeit und Normalität gelten", die tageszeitung, 26.11.2012, S. 12, online: „Das Problem der Anderen“

Und im ND ein Kommentar zur Hamas

Kommentierte Bibliografie erschienen: Linke, Nahostkonflikt, Antisemitismus

Ullrich-Linke-Nahostkonflikt-Antisemitismus
LINKE, NAHOSTKONFLIKT, ANTISEMITISMUS. WEGWEISER DURCH EINE DEBATTE. EINE KOMMENTIERTE BIBLIOGRAFIE, von Peter Ullrich
(Reihe „Analysen“, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung 2012)



"...ein nützliches Hilfsmittel, um sich in der Debatte zurechtzufinden" (Jens Renner, analyse und kritik)

Seit 1990 ist eine Vielzahl von relevanten Studien und ernsthaften Debattenbeiträgen erschienen, die eine fundierte und kritische Auseinandersetzung mit spezifischen linken Traditionen, ideologischen Erbschaften, Prägungen und grundlegenden Ambivalenzen linker Politik in Hinblick auf den Nahostkonflikt ermöglichen. Diese Broschüre stellt die wichtigsten dieser Beiträge in Form von kurzen Inhaltsangaben und Kommentierungen vor. Politische Bildner/innen und Forschende finden einen kompakten Einstieg, mit ausführlichen bibliografischen Angaben, ergänzenden Internetquellen und Hinweisen zu kürzeren Texten, die sich zum „Reinlesen“ oder als Seminarmaterialien eignen. Die Zusammenstellung will den einseitigen Positionen, schablonenhaften Schuldzuschreibungen und ritualisierten Phrasen komplexere Perspektiven entgegensetzen, Zugang zu Hintergrundwissen und ‚Fakten‘ schaffen, sowie Erkenntnisse über die Bedingungen, die ‚Fakten‘ erst zu solchen machen, ermöglichen und somit Anregungen zur (selbst-)kritischen Reflexion geben.

Das Büchlein ist kostenlos über die RLS zu beziehen
(malingriaux@rosalux.de) und zum download verfügbar.

Eine ausführliche Besprechung gab es in der ROSALUX (Salvador Oberhaus, S. 34)

Nahostkonflikt und die Grauzonen der Solidarität - Interview bei Globkult.de

Globkult-Magazin
www.globkult.de

Debatten der deutschen Linken um den Nahostkonflikt - diskursive Grauzonen und die Fallstricke der Solidarität

Ein Gespräch mit Peter Ullrich, geführt von Peter Nowak

Noch vor 25 Jahren regten Israel-Boykott-Parolen an den Wänden der Hamburger Hafenstraße nur einen kleinen Teil der linken Öffentlichkeit auf. He...
mehr ►

Vorträge zu Erinnerung und Antisemitismus online

Zwei meiner Vorträge auf dem Seminar "Linke Perspektiven auf den Nahostkonflikt" (beim DGB Braunschweig, zus. mit Irit Neidhardt und Thomas Haury) sind auf Youtube zu sehen:

Antisemitismus, Shoah und Deutsche Verantwortung - Nachwirkungen des Nationalsozialismus im deutschen Nahostdiskurs

und

Solidarität und Antisemitismus - Grauzonen im Nahostengagement

Erwiderung zu Salzborn-Voigt-"Studie" erschienen

Ein Text von Samuel Salzborn und Sebastian Voigt trug nicht unwesentlich dazu bei, im Frühjahr 2011 die Partei Die Linke mit Antisemitismusvorwürfen zu überziehen. Auch wenn tatsächlich wunde Punkte angesprochen wurden - der Text ist wissenschaftlich allerunterstes Niveau. Ich habe zusammen mit Alban Werner an gleicher Stelle (Zeitschrift für Politik) eine Erwiderung veröffentlicht, die freundlicherweise auch jemand ins Netz gestellt hat:

Online lesen

Peter Ullrich/Alban Werner 2011: Ist »DIE LINKE« antisemitisch? Über Grauzonen der »Israelkritik« und ihre Kritiker, Zeitschrift für Politik 58 (4), S. 424-441.

Zusammenfassung: Die Autoren setzen sich kritisch mit der Studie »Antisemiten als Koalitionspartner« von Samuel Salzborn und Sebastian Voigt (ZfP 58,3) auseinander. Sie betonen, dass der dort erhobene Vorwurf, die Partei DIE LINKE sei von einem antisemitischen Antizionismus geprägt, aus verschiedenen Gründen unhaltbar ist. Vielmehr wird nachgewiesen, dass der medial sehr wirksame Aufsatz von Salzborn und Voigt methodisch mangelhaft, teilweise nicht nachvollziehbar und logisch inkonsistent ist, hoch selektiv und reduktionistisch mit dem willkürlich ausgewählten Material umgeht sowie Gegenargumente, insbesondere zur Beschlusslage der Partei, und einschlägige Forschungen unterschlägt. Es wird kritisiert, dass somit ein unzutreffendes Zerrbild der Partei DIE LINKE geschaffen wird, welches sich zur politischen Instrumentalisierung eignet und gleichzeitig den gesamtgesellschaftlichen Antisemitismus bagatellisiert. Die Autoren plädieren stattdessen dafür, die Problemfelder der »Israelkritik« als Grauzone zu betrachten, in der die Palästinasolidarität an verschiedenen Stellen anschlussfähig für den oder undeutlich abgegrenzt vom Antisemitismus sein kann. Sie treten dafür ein, die Debatte zu versachlichen, u. a. indem diese Grauzone begrifflich genauer spezifiziert und insbesondere für die Partei DIE LINKE quantitativ untersucht wird.

Vorsicht mit Boykotten! Publikation zur Debatte um BDS

Königsweg der Befreiung
oder Sackgasse der Geschichte?

BDS | Boykott, Desinvestition und Sanktionen.

Annäherungen an eine aktuelle Nahostdebatte:
Kathrin Vogler – Martin Forberg – Peter Ullrich

Reihe: Kleine Texte 38 | Herausgegeben von Rainer Zimmer-Winkel
AphorismA Verlagsbuchhandlung | Berlin 2011 | ISBN 978-3-86575-538-4 | 5,00 EUR

www.aphorisma-verlag.de | info@aphorisma-verlag.de

Einer der Diskussionsstränge, die sich in den letzten Jahren verstärkt haben, wird mit dem Kürzel BDS | Boykott, Desinvestition, Sanktionen umschrieben. Für die einen ist schon die Wortwahl im Zusammenhang mit dem – seinem Selbstverständnis nach jüdischen – Staat Israel, mindestens in Deutschland, ein Sakrileg, eine nicht zu ertragende Verletzung des common sense bundesrepublikanischen Selbstverständnisses und historischer Verantwortung;
den anderen gelten die Begriffe als ein Ausweg aus Taten-, aus Hilflosigkeit und Ohnmacht, aus dem Unvermögen, die Situation wirklich grundlegend in Richtung Gerechtigkeit für alle verändern zu helfen. In der zum Teil erhitzten, zum Teil polemisch, zum Teil verletzend geführten Debatte prallen Welten aufeinander. Was kann, was darf, was soll ich als Deutscher, als Deutsche tun, denken, fordern? Was geht uns hier der Konflikt an?
Welche Debatten werden neben dieser Auseinandersetzung – Wie halte ich es mit Israel und Palästina? – noch geführt? Welche Subtexte, welche unterschwelligen Botschaften sind enthalten, an welchen ‚eigentlichen‘ Anliegen wird sich hier abgearbeitet?
Dieser Kleine Text im AphorismA Verlag versucht zum einen sachlich und unpolemisch die wichtigsten Argumente und Positionen der Debatte zu fassen (Beiträge von Kathrin Vogler und Martin Forberg) und einzuordnen (Nachwort von Peter Ullrich). Die Debatte darum,
was für den Nahen Osten richtig ist, und was wir als Deutsche damit zu tun haben, muß und kann geführt werden; aufrichtig, ehrlich und fokussiert auf das Wohlergehen aller Menschen in der Region, auf Gewaltminimierung und auf Gerechtigkeit hin, für alle, Einzelne und Gruppen.
Eingedenk der historischen Verwicklungen sollte es klar sein, daß eine Boykottforderung nicht einfach nur irgendeine politische Strategie unter vielen ist. Niemandem ist gedient, wenn diese Forderung pauschal als Antisemitismus diffamiert wird. Jedoch gilt der gleiche Grundsatz auch für ihren pauschalen Freispruch. Die Debatte muß auch in Deutschland
offen und fair geführt werden – und dabei das Wohl der Menschen der Region im Blick haben, nicht zuerst die deutschen Befindlichkeiten und Diskurse. Dazu sollen die Texte dieses Heftes mit ihren unterschiedlichen Zugängen einen Beitrag leisten.

Online gibt es einen Auszug aus meinem Text

NEUES UPDATE | Zur aktuellen Antisemitismusdebatte

Man hätte hoffen können, dass eine Debatte über "Antisemitismus und die Linke" Reflexionsprozesse anstößt. Satt dessen ist es eine Mischung aus antikommunistischer Kampagne, reflexhafter Abwehr und dem Versuch, die Widersprüche administrativ zu lösen.
Geäußert habe ich mich dazu, z.B. hier:

Peter Ullrich/Alban Werner 2011: Ist »DIE LINKE« antisemitisch? Über Grauzonen der »Israelkritik« und ihre Kritiker, Zeitschrift für Politik 58 (4), S. 424-441. Online lesen und Besprechung in der jW

Ullrich, Peter 2011: Wer schweigt it vielleicht nur unsicher, Prager Frühling, Oktober 2011, in Kurzfassung und Langfassung

Ullrich, Peter 2011: Antisemitismus und Israelkritik. Das Konzept der Grauzone, Links! Politik und Kultur für Sachsen, Europa und die Welt, Ausg. Juli/August, S. 6., online

Ullrich, Peter 2011: Den Leisen ein Mikrofon! Im Antisemitismusstreit um die Linkspartei müssen Zwischenpositionen gestärkt werden, analyse und kritik 563 (19.8.2011), S. 31.

im Interview mit mir bei Telepolis:
Linker Antisemismus?
www.heise.de
Interview mit dem Sozialwissenschaftler Peter Ullrich zur Antisemitismusdebatte in der Linkspartei


Außerdem hab ich in der taz einen Kommentar verfasst: "Die Sache mit dem Schal", Die Tageszeitung vom 14.6.2011, S. 12...

...und Tom Strohschneider im Freitag ein Interview gegeben:
"Im Gespräch: Lautsprecher und Scheuklappen", Freitag, vom 16.6.2011...

...sowie Peter Nowak im ND: "Die Debatte ist nicht neu", ND 20.6.2011

Recht ausführlich zitiert mich auch die dänische Zeitung "Information": Tysk venstrefløj skændes om antisemitisme (Troels Heeger).

DIE LINKE, ISRAEL UND PALÄSTINA

Peter Ullrich: Die Linke, Israel und Palästina. Nahostdiskurse in Großbritannien und Deutschland, Berlin: Dietz, ISBN 978-3-320-02156-6, € 19,90.

Peter-Ullrich-Die-Linke-Israel-und-Palaestina-Texte-48-Berlin-2008 Die Debatte um das Thema „Die Linke und der Nahostkonflikt“ erhitzt seit Jahren die deutschen Gemüter. In der Diskussion wird immer wieder auf „typisch deutsche“ Bedingungen, Ideen und nicht zuletzt Verdrängungen der Vergangenheit verwiesen.
Mit diesem Band wird erstmals eine Studie vorgelegt, die diesen Fragen wirklich auf den Grund geht, indem sie die linken Nahost- und An­ti­semitismusdiskussionen in verschiedenen Ländern untersucht. Im Vergleich des linken Umgangs mit dem Nahostkonflikt in der Bundesrepublik und Großbritanni­en zeigt sich, dass zum Verständnis der deutschen Besonderheiten tatsächlich die Erinnerung an die NS-Zeit einen entscheidenden Schlüssel liefert.
Doch diese Nachwirkungen der deutschen Ge­schichte haben paradoxe Folgen: sie produzieren einerseits extreme Identifikationen mit den nahöst­lichen Konfliktparteien (Israelis oder Palästinensern) und damit eine aggressive innerlinke Aus­einandersetzung.
Andererseits stellt dieser konflikthafte deutsche Diskurs den Ausgangspunkt für einen kollektiven Lernprozess und damit für eine vergleichsweise komplexe Wahrnehmung des is­raelisch-palästinensischen Konflikts dar.

Mehr Informationen & Download auf rosalux.de

Reaktionen zum Buch

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Reaktionen zum Buch "Die Linke, Israel und Palästina"

Das Buch stößt auf große Resonanz, alle Besprechungen werden hier aktuell gehalten:
  • "Linke und Nahostkonflikt", Helga Heilig im Naumburger Tageblatt, 29.12.2008
  • Die Linke, Israel und Palästina, in: Lust - Schwul-Lesbische Themen, Winter 08/09
  • Kollektiver Lernprozess, Kreuzer - Leipziger Stadtmagazin, Ausgabe 2/2009, S. 14
  • Knietief im Diskurs, "Justus" im Feierabend Februar-April 2009
  • Begrenzter Lernerfolg, "Js." in analyse & kritik, März 2009, S. 30
  • Sebastian Berg in Journal for the Study of British Cultures (vor. Ausg. 1/2009)
  • "Der Widerstand will keine Party", Paul Grasse in Marx21, Nr. 10, April 2009, S. 66, online
  • Die Linke, Israel und Palästina. Nahostdiskurse in Großbritannien und Deutschland, René Lenz auf Radio Blau (3.6.09) und freie-radios.net, download
  • Zeitschrift für Politikwissenschaft, 18.2.2009, www.zpol.de (passwortgeschützt)
  • Jörg Später: Anstrengende Empathie. Die Linke hat ein bisschen ihr Herz für Israel entdeckt, Süddeutsche Zeitung vom 28.9.2009, S. 16, zusammengefasst hier
  • Armin Pfahl-Traughber: Die Diskursive Bedeutung der Shoah, humanistischer Pressedienst, 7.10.2009, lesen
  • Dirk Burczyk: Innerlinke Nahostdiskurse, Z - Zeitschrift marxistische Erneuerung, Nr. 79, September 2009
  • Armin Pfahl-Traugber: "Methodisch reflektiert", Tribüne, Jg. 49, Nr. 193
  • Micha Brumlik: "Distanz zum Engagement. Komplexe Urteilsbildung - Neue Studien zum Nahostkonflikt", die tageszeitung vom 3.8.Nr. 193, mehr
  • Daniel Grunewald: "Diskursive Grabenkämpfe", Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen 23 (3), S. 140-142
  • Britta Baumgarten in: Politische Vierteljahresschrift Jg. 51, Nr. 3, S. 574-575, online
  • Horst Helas: "Naher Osten und die Linke", in: Rundbrief der AG Rechtsextremismus/Antifaschismus beim Bundesvorstand der Partei DIE LINKE, 3-4/10, S. 120-121
  • Felix Korsch, Sammelrezension: "Deutsche Linke und ihr Fortschritt gegen Israel", in: MEDAON. Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung, Ausg. 8/2011, online

"Linke und Nahostkonflikt" - Vortrag live im Webradio

Am Montag, dem 05.10.09, sendet Punkrockers-Radio um 21°° einen Vortrag, den ich Anfang des Jahres in Lüneburg gehalten habe.

Peter Ullrich: Die Linke, Israel und Palästina. Extreme Identifikationen und Probleme eines linken Universalismus

Im Livestream bei:

www.punkrockers-radio.de

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