Die Linke und der Nahostkonflikt

DIE LINKE, ISRAEL UND PALÄSTINA

Peter Ullrich: Die Linke, Israel und Palästina. Nahostdiskurse in Großbritannien und Deutschland, Berlin: Dietz, ISBN 978-3-320-02156-6, € 19,90.

Peter-Ullrich-Die-Linke-Israel-und-Palaestina-Texte-48-Berlin-2008 Die Debatte um das Thema „Die Linke und der Nahostkonflikt“ erhitzt seit Jahren die deutschen Gemüter. In der Diskussion wird immer wieder auf „typisch deutsche“ Bedingungen, Ideen und nicht zuletzt Verdrängungen der Vergangenheit verwiesen.
Mit diesem Band wird erstmals eine Studie vorgelegt, die diesen Fragen wirklich auf den Grund geht, indem sie die linken Nahost- und An­ti­semitismusdiskussionen in verschiedenen Ländern untersucht. Im Vergleich des linken Umgangs mit dem Nahostkonflikt in der Bundesrepublik und Großbritanni­en zeigt sich, dass zum Verständnis der deutschen Besonderheiten tatsächlich die Erinnerung an die NS-Zeit einen entscheidenden Schlüssel liefert.
Doch diese Nachwirkungen der deutschen Ge­schichte haben paradoxe Folgen: sie produzieren einerseits extreme Identifikationen mit den nahöst­lichen Konfliktparteien (Israelis oder Palästinensern) und damit eine aggressive innerlinke Aus­einandersetzung.
Andererseits stellt dieser konflikthafte deutsche Diskurs den Ausgangspunkt für einen kollektiven Lernprozess und damit für eine vergleichsweise komplexe Wahrnehmung des is­raelisch-palästinensischen Konflikts dar.

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Reaktionen zum Buch

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"Linke und Nahostkonflikt" - Vortrag live im Webradio

Am Montag, dem 05.10.09, sendet Punkrockers-Radio um 21°° einen Vortrag, den ich Anfang des Jahres in Lüneburg gehalten habe.

Peter Ullrich: Die Linke, Israel und Palästina. Extreme Identifikationen und Probleme eines linken Universalismus

Im Livestream bei:

www.punkrockers-radio.de

UPDATE: Neuer Nahoststreit in der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Die Einladung einiger antideutscher Hardliner (Thomas von der Osten-Sacken, Stefan Grigat) zur Ferienakademie der Rosa-Luxemburg-Stiftung (September 09) hat zu großen Auseinandersetzungen geführt, zum Teil sogar in der Zeitung junge Welt.
Ich wurde daraufhin eingeladen einen schlichtenden "Meta"vortrag über den Umgang der Linken mit dem Nahostkonflikt zu halten.

Die Kontroverse in Form von Links und eine Erklärung der Stiftung gibt es auf http://www.rosalux.de/cms/index.php?id=9929&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=1942&cHash=2f5fe7cf0b

Zwei Mitarbeiter des Studienwerks (Moritz Blanke, Marcus Hawel) haben nun einen Reader mit unterschiedlich wertvollen Texten zur Linken Nahostdebatte zusammengestellt. Dieser Beitrag von mir ist auch dabei: Peter-Ullrich-Neuer-Antisemitismus-von-links (pdf, 173 KB)

Radiorezension von "Die Linke, Israel und Palästina"

René Lenz von Radio Blau hat mein Buch (Peter Ullrich: Die Linke, Israel und Palästina, Berlin 2008) rezensiert. Der Beitrag kann auf freie-radios.net angehört und heruntergeladen werden.

Verriss mit Witz

In der Zeitschrift Marx21, dem publizistischen Organ der Ehemaligen Linksruckis in der Partei Die Linke. ist eine "Besprechung" meines Buches "Die Linke, Israel und Palästina" erschienen.
Es handelt sich einerseits um eine ziemlich schludrige Sache, die mir vieles unterstellt, was kaum Substanz hat. Viele der Vorwürfe sind solche, die man mit Belieben an jeden Antideutschen richten könnte (bspw. der Vorwurf der Gleichsetzung von Antisemitismus und Antizionismus). Dass sie in meinem Buch keine Grundlage haben, hätte Lesen verhindern können. Dennoch ist der Verriss lesenswert, denn der Autor hat zumindest an zwei Stellen Humor bewiesen.
Denn es gehe im Buch darum, "warum die Solidarisierung mit den Palästinensern in Deutschland so viel komplizierter zu sein scheint" als anderswo. Zumindest das Problem hat er richtig erkannt. Uneinigkeit zwischen mir und dem Rezensenten besteht wohl in der Frage, ob das gut ist, dass man sich hier nicht "so einfach" mit den Palästinensern (mit allen!) solidarisiert.
Humor wird weiterhin im Schlussatz bewiesen: "Das Werk lässt sich unentgeltlich auf der Homepage der Rosa-Luxemburg-Stiftung herunterladen. Aber selbst die kostenlose Lektüre des Buches kann nicht empfohlen werden."
Nun, da kann ich guten Herzens Gegenteiliges empfehlen...

"Neuer Antisemitismus von links?" Beitrag nun online

Einleitung

Der »neue Antisemitismus« (Rabinovici u.a. 2004) unterscheide sich von seinen Vorläufern dadurch, dass er den Nahostkonflikt als Ursache oder Auslöser habe, jedoch trotzdem eine generalisierte Judenfeindschaft darstelle. Neben muslimischen FundamentalistInnen wurde auch die politische Linke zur Zielscheibe der Kritik.
Während der heutigen Linken nun wahrlich keine Anschläge gegen Jüdinnen und Juden oder deren Einrichtungen zur Last gelegt werden können, steht sie doch an der Spitze der zum Teil radikalen Israelkritik. Diese ist wieder zu einem der Themen geworden. Gerade die globalisierungskritischen und die Antikriegsbewegungen machten Palästina zum ›Top-Thema‹. Hier soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern in dieser israelkritischen Grundsituation auch tatsächlich Platz für Antisemitismus, weltbildhaften Antizionismus und andere problematische Sichtweisen ist.
Konkret untersucht wird das Framing des Konflikts in der politischen Linken Großbritanniens und der Bundesrepublik Deutschland...

Peter-Ullrich-Neuer-Antisemitismus-von-links (pdf, 173 KB)

zitieren:

Ullrich, Peter 2008: Neuer Antisemitismus von links? Der Nahostkonflikt, Antizionismus, Antisemitismus und die Linke in Großbritannien und der BRD, in: Rehberg, Karl-Siegbert (Hrsg.) 2008: Die Natur der Gesellschaft. Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006, S. 5567-5577.

Palästinasolidarität und Antisemitismus

Auf Heise.de sorgt ein Interview mit mir zum Thema "Palästinasolidarität und Antisemitismus" für die x-te Auflage der alten Streitpunkte. >> mehr

Ein Interview, das nicht erscheinen durfte...

Neulich bat mich das "Friedensjournal" um ein Interview über das Verhältnis der Linken zum Nahostkonflikt. Erscheinen konnte es dann doch nicht. Die Redaktion freute sich zwar über meine Kritik an den Antideutschen, aber die Bezeichnung der Hamas als "extrem reaktionär" konnte sie nun wirklich nicht akzeptieren. Das war dem "Friedensjournal" wohl zu friedlich. Deswegen veröffentliche ich das Interview anderweitig, so bei der Trend Online-Zeitung und hier auf meinem Blog.

Reaktionen zum Buch "Die Linke, Israel und Palästina"

Das Buch stößt auf große Resonanz, einige Besprechungen sind auch schon erschienen:
  • "Linke und Nahostkonflikt", Helga Heilig im Naumburger Tageblatt, 29.12.2008
  • Die Linke, Israel und Palästina, in: Lust - Schwul-Lesbische Themen, Winter 08/09
  • Kollektiver Lernprozess, Kreuzer - Leipziger Stadtmagazin, Ausgabe 2/2009, S. 14
  • Knietief im Diskurs, "Justus" im Feierabend Februar-April 2009
  • Begrenzter Lernerfolg, "Js." in analyse & kritik, März 2009, S. 30
  • Sebastian Berg in Journal for the Study of British Cultures (vor. Ausg. 1/2009)
  • "Der Widerstand will keine Party", Paul Grasse in Marx21, Nr. 10, April 2009, S. 66
  • Die Linke, Israel und Palästina. Nahostdiskurse in Großbritannien und Deutschland, René Lenz auf Radio Blau (3.6.09) und freie-radios.net, download
  • Zeitschrift für Politikwissenschaft, 18.2.2009, www.zpol.de (passwortgeschützt)
  • Jörg Später: Anstrengende Empathie. Die Linke hat ein bisschen ihr Herz für Israel entdeckt, Süddeutsche Zeitung vom 28.9.2009, S. 16, zusammengefasst hier
  • Armin Pfahl-Traughber: Die Diskursive Bedeutung der Shoah, humanistischer Pressedienst, 7.10.2009, lesen

Interview zur deutschen Wahrnehmung des Nahostkonfliktes

Am 4.2. hab ich für die Sendung Politikum auf WDR 5 ein Interview zur Wahrnehmung des Nahostkonfliktes in Deutschland gegeben.
Nachören kann man das ganze hier (Sendung vom 4.2.09 anklicken).

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